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Die Wirkung von Spenderfranken sichtbar machen

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21. Dezember - Den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung aufzeigen: Hier bieten die Stiftung Zewo und die Gesellschaft Seval gemeinnützigen Organisationen neue Messinstrumente. Doch der Wirkungs-Nachweis hat seine Tücken, gerade in der Entwicklungszusammenarbeit.


Daniel Vonlanthen/InfoSüd - Wenn die Wirtschaftskrise die Spendenfreude trübt und der Konkurrenzdruck unter den Hilfswerken härter wird, dann gewinnt "Value for Money" an Bedeutung: Spenderinnen und Spender wollen sicher sein, dass ihr Franken ankommt. Vertrauen schafft zum Beispiel das Zewo-Gütesiegel, das Organisationen für gewissenhaften und transparenten Umgang mit Geldern auszeichnet.

Doch dieses Zertifikat allein genügt offensichtlich heute nicht mehr: Sponsoren verlangen Gewissheit darüber, dass der Franken auch die erhoffte Wirkung erzielt. Die Forderung nach dem "Value for Money" geht weit über die Kontrolle der Zweckbestimmung und Effizienz des Mitteleinsatzes hinaus.

In Leitbildern verankert

Wirkungsorientierung und Wirkungsmessung sind die technisch klingenden Begriffe, die immer mehr Hilfswerke in ihre Leitbilder verankern. Caritas Schweiz etwa hat den Grundsatz gar zur Chefsache erklärt. Mit dem Zewo-Leitfaden gebe es nun ein praktikables Instrumente des Wirkungsnachweises, sagte Caritas-Direktor Hugo Fasel an einer Informationsveranstaltung zum Thema "Wirken und bewirken" in Bern.

Fasel erachtet die Wirkungsorientierung auch als Denkmuster und Führungsinstrument, das bessere Antworten auf die Frage nach dem "wozu" ergebe. "Das Thema beschäftigt mich seit Jahren", sagte Fasel. Früher hatte der CSP-Nationalrat selber die Rolle des Fragestellers inne: "Wozu Gentechnik? Wozu Geheimdienste?" Heute muss Fasel auf die Frage "wozu Entwicklungszusammenarbeit?" selber gute Antworten finden. "Wir müssen uns diesem kritischen Blick von aussen stellen."

Deshalb gelte es, genau hinzuschauen und das Vorher mit dem Nachher zu vergleichen. Darin liege die Chance der Wirkungsorientierung. Fasel warnte aber vor den Gefahren: «Wirkungsmessung darf nicht in Zahlenfetischismus münden. Sie darf nicht dazu führen, dass Messresultate darüber entscheiden, welches Kind zu essen bekommt.»

DEZA treibende Kraft der Wirkungsmessung

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA ist als Sachwalterin öffentlicher Gelder maximalem Nutzen verpflichtet und eine treibende Kraft der Wirkungsmessung. DEZA-Direktor Martin Dahinden zeigte am Beispiel des Brückenbaus die Schwierigkeiten auf: "Die Frequenz der Brückenbenützung ist zwar gut messbar, ist aber kein Indiz für die Armutsbekämpfung." Brücken erleichtern den Zugang zu Märkten und Handel, doch sie begünstigen gleichzeitig die Abwanderung. Diesbezüglich ist ein umfassender Wirkungsnachweis schwierig.

Laut Dahinden geht es in erster Linie darum, Resultate aufzuzeigen, Transparenz zu schaffen und Leistungen zu evaluieren. Transparenz mindert laut Dahinden auch das Korruptionsrisiko. 0,6 Prozent des Budgets verwendet die DEZA für Evaluationen. Sie stützt sich auf OECD-Standards und Revievs in Partnerländern.

Wirkung oft erst über Generationen

Hilfswerke berichten im Jahresrhythmus über ihre Aktivitäten. Bereits da stellen sich unlösbare Probleme, denn viele Projekte entfalteten ihre Wirkung erst über Generationen. Der Run auf schnelle Impacts führt ins Leere. Bei der Förderung von Menschenrechten und Demokratie ist Wirkungsmessung kaum anwendbar.

Fachleute warnen auch vor der  Gefahr, dass Hilfswerke sich zunehmend Projekten mit einfachen Wirkungsmustern zuwenden. Unter den 500 Organisationen, die das Zewo-Gütesiegel tragen, herrscht bezüglich der Anwendung der Wirkungsinstrumente Uneinigkeit. Die Hälfte der Mitglieder wollen keine neuen verbindlichen Standards. So behält der Zewo-Leitfaden vorerst nur empfehlenden Charakter.

Zewo-Geschäftsleiterin Martina Ziegerer formuliert ein bescheidenes Ziel: "Wir wollen unter unsern Mitgliedern mit dem neuen Leitfaden das Verständnis von Wirkung fördern." Wer die erzielte Wirkung messe, könne daraus lernen und sich ständig verbessern. Kritiker befüchten indes, dass der öffentliche Druck auf jene Hilfswerke steigt, welche die Wirkungsmessung nicht anwenden.

Wirkungsmessung
Wirkungsmessung in der Entwicklungszusammenarbeit, Stiftung Zewo, Zürich.  Leitfaden und Informationen zur Anwendung der Messinstrumente im Projektmanagement-Zyklus sind auf dem Internet zugänglich www.zewo.ch. In der Arbeitgruppe haben folgende Organisationen mitgewirkt: Heks, EcoSolidar, Iamaneh Schweiz, Enfants du monde, Helvetas, DEZA, Caritas Schweiz und Interface (Politikstudien, Schweizerische Evaluationsgesellschaft Seval).

 

 
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